Unterwegs – Fotografie zwischen Orten, Räumen und Geschichte

Diese Seite zeigt fotografische Arbeiten, die unterwegs entstanden sind.
Nicht als Reiseberichte, sondern als Annäherungen an Orte, Räume und Stimmungen.

Fotografie ist für mich dabei kein Sammeln von Motiven, sondern ein genaues Hinsehen: auf Struktur, Licht, Leere und das, was ein Ort erzählt, ohne laut zu sein.

Die folgenden Projekte sind ein Teil dieser Spurensuche.


UNTERWEGS IN OSTEUROPA – FOTOGRAFISCHE SPURENSUCHE

Landschaften, Städte, Dörfer – und der weite Raum dazwischen: Diese Osteuropa-Tour war für mich keine klassische Reise. Sie war ein Weg durch unterschiedliche Welten, durch Stimmungen, durch Geschichte. Und sie war vor allem eines: eine fotografische Suche nach Stille, Struktur und Wahrheit.

Fotografie ist für mich nie ein bloßes Festhalten. Sie ist eine Art, Räume zu lesen: Wie Licht fällt. Wie Schatten schweigen. Wie Architektur spricht. Was sichtbar bleibt – und was man erst spürt, wenn man die Kamera senkt.

Unterwegs in Europa hat genau solche Orte hervorgebracht. Manche leicht. Manche wunderschön. Manche kaum auszuhalten.

Und einer davon war Oświęcim in Polen.

KZ Auschwitz-Birkenau – Ein Ort, der das Bild verändert

Es gibt Orte, an denen man nicht fotografieren kann wie sonst. Nicht, weil es verboten wäre – sondern weil man selbst es nicht will. Weil der Raum einen zwingt, anders zu schauen, leiser, respektvoller, vorsichtiger.

Ich habe mich dort bewusst auf das konzentriert, was sich fotografisch einordnen lässt: Strukturen. Räume. Spuren. Architektur. Leere.

Kein Mensch im Bild. Nur der Ort selbst, in seiner kalten Präzision.

Aus einem dieser Räume ist die Collage entstanden, die für diesen Beitrag steht. Sie ist keine Effekthascherei – sie ist eine Verdichtung. Ein Versuch, mit fotografischen Mitteln die Stille dieses Raumes sichtbar zu machen. Den schmalen Korridor, die raue Wand, das schwache Licht über einem Raum, der keine Worte kennt.

Ein Bild gegen das Vergessen.

Innenraum im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau mit schmalem Gang, rauen Wänden und gedämpftem Licht
Fotografische Annäherung an einen Ort der Stille und Erinnerung

Warum ich diese Collage gewählt habe. Für diesen Bericht zeige ich nur dieses eine Bild. Keine Serie. Kein Vorher-Nachher. Kein „mehr“.

Denn manchmal muss ein Bild reichen.

Die Collage vermittelt das, was mir wichtig war:

  • die Enge
  • die Perspektive
  • die Kälte des Raums
  • das matte Licht
  • die Funktionalität der Architektur
  • und das unfassbare Schweigen darin

Es ist ein fotografisches Statement. Keine Rekonstruktion.
Ein Bearbeitungsprozess, der zwar stilistisch formt, aber nie verfälscht, was der Raum erzählt.

In den Reaktionen auf dieses Bild tauchte immer wieder dasselbe auf: Stille. Kälte. Nachdenken.
Manche schrieben, sie hätten diesen Ort vor Jahrzehnten besucht – und das Bild habe etwas davon zurückgeholt. Nicht als Erinnerung, sondern als Gefühl.

Wenn Fotografie das leisten kann, reicht ein Bild.

Mehr Gedanken zu diesem Ort im Reisebericht:
https://hinterm-horizont-rechts.de/besuch-kz-auschwitz-birkenau/